2010 – neues FotoliJahr
Geschrieben von Daniel am 6. January 2010 | Abgelegt unter Beobachtungen, Microstockagenturen
Der Jahreswechsel ist vorrüber und Fotolia überrascht seine Fotografen mit einigen Änderungen.
Es gibt gleich zwei Neuerungen, die direkte Auswirkungen auf die Provisionsauszahlungen mit sich bringen.
Das Steuerformular W-8BEN
Seit Anfang Dezember hat sich die Navigation im Usermenü bei Fotolia geändert. Ein neuer Button namens “Steuer-Bibliothek” wurde seitens Fotolia geschaffen. Dahinter verbirgt sich das Steuerformular W-8BEN welches von Fotolia-Bild-Lieferanten ausgefüllt werden soll.
Fotolia muss sich für in Amerika gemachte Umsätze vor der USA Steuerbehörde rechtfertigen. Umsätze, die in Amerika generiert wurden unterliegen einem bestimmten Steuersatz und diese muss Fotolia entrichten. Anscheinend auch wenn der Urheber des Werkes in Deutschland sitzt.
Da es zwischen Amerika und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, kann der deutsche Fotograf über das Formular W-8BEN erwirken, dass diese Steuer nicht erhoben wird. Achtung jetzt wirds etwas komplizierter.. Laut Fotolia gilt dies dann aber nur für Umsätze, die von “nicht in Amerika sitzenden Kunden” geschaffen wurden. Also musste man, trotz Steuerformular, auf Bildverkäufe, die von Amerikanern getätigt wurden, 30% Quellensteuer entrichten.
Wer auch noch die Quellensteuer sparen wollte, musste bei der amerikanischen Steuerbehörde eine ITIN (International Tax Identification Number) beantragen um sich von der Zahlungspflicht zu befreien.
Eine solche ITIN bekommt man aber nur bei Vorlage diverser Unterlagen. Die größte Hürde scheint aber das “persönliche Schreiben des Auftraggebers” zu sein, welches dem Antrag beiliegen muss.In unserem Fall Fotolia.
Da ich Fotolia nun einige Monate kenne, gehe ich davon aus, dass es so ein Schreiben nicht geben wird. Kurzum: Man muss wohl in den sauren Apfel beissen und die 30% Quellensteuerabgabe auf Verkäufe in den USA in Kauf nehmen.
Manch andere Microstock Agentur wie z.B. Shutterstock haben sich mit dem Ausfüllen des Formulars begnügt und ziehen Ihren Fotografen keine Quellensteuer ab. – Auch ohne ITIN. Vielleicht kann Fotolia von Shutterstock noch etwas lernen. Ich hoffe jedenfalls darauf.
Übrigens: Eine Übersicht, welche Verkäufe aus den USA getätigt wurden, könnt Ihr nun in Eurem Fotolia Profil unter dem Punkt “Dateien-Statistik” einsehen.
Übrigens die Zwote: Wer das W-8BEN Formular nicht ausfüllt, dem werden pauschal auf sämtliche Verkäufe 30% Quellensteuer abgezogen. Egal aus welchem Land die Verkäufe kommen.
Die Provisionsbeteiligung
Es wurde mal wieder an der Provisionsschraube gedreht. Der Fotografenanteil wurde größtenteils weiter gesenkt.
Für mich bedeutet das im “Silber-Status” als Exclusiver Künstler nun 3% weniger Beteiligung. Statt 51% gibts nun nur noch 48%. Fotolia begründet dies mit einer Anhebung der Bildpreise im oberen Lizenzbereich. So ist es Möglich für die größeren Lizenzen einen höheren Grundpreis anzusetzen. Das was am Ende beim Fotografen rum kommt, wird sich also kaum ändern. Vorrausgesetzt die Fotografen stellen die höheren Preise für ihre Werke ein.
Der Gesamtumsatz soll also wachsen. Durch die reduzierte Fotografenbeteiligung bleibt die Provisionsauszahlung für Fotolia vermutlich ähnlich wie im Jahr 2009. Das Mehr an Umsatz kann Fotolia künftig dann als Gewinn verbuchen. Schlau gemacht.
Im Gegenzug bedeutet das für mich:
Geringerer Verdienst, weil Fotolia 3% weniger auszahlt
Geringerer Verdienst, weil für Verkäufe in den USA nun 30% Steuern erhoben werden.
Kein größerer Umsatz, weil ich die Preise für größere Lizenzen nicht anheben werde. Hatte damit schlechte Erfahrungen gemacht.
Insgesamt gesehen kein guter Start ins FotoliJahr 2010.
Edit 13/01/10: Heute habe ich gesehen, dass Fotolia die 30% Quellensteuer wieder gutgeschrieben hat. Anscheinend weiss niemand in dem Laden, was momentan zu tun ist. Offizielle Stellungnahme (z.B. per mail) ist noch nicht eingegangen.
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