Bildpreise anheben oder nicht? Selbstversuch
Geschrieben von Daniel am 18. May 2009 | Abgelegt unter Beobachtungen, Elbtunnelblick.de, Microstockagenturen
Am 20. April hatte ich darüber berichtet, dass ich mit dem Erlangen der Silber Medaillie, meine Fotolia Preise anheben werde. Nun kann ich über meine Erfahrungen berichten.
Durch die Umstellung der Preise von 2 Euro auf 3 Euro, konnte ich folgendes beobachten.
- Die Bildverkäufe sind von 81 auf 62 gefallen.
- Die Einnahmen durch die Verkäufe sind von 327 Euro auf 269 Euro gefallen.
- Die Bildansichten meiner Bilder durch Kunden sind in etwa gleich geblieben.
Daraus zieh ich den Schluss, dass ein Anheben der Preise bei der Microstock Agentur Fotolia, eher kontraproduktiv war. Die Kunden sind doch sehr preisbewusst und schrecken anscheinend davor zurück, 3 Euro für die kleinste Lizenzart zu bezahlen. Das Interesse an meinen Fotos und Illustrationen scheint gleich geblieben zu sein. Der Schritt zum tatsächlichen Kauf, fällt den Kunden aber sehr schwer.
Angesichts der vielen Microstock-Agenturen am Markt, die Bilder ab einem Euro verkaufen, ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Schon bei Fotolia ist der Konkurrenzdruck sehr hoch, weil die meisten Bilder für 1-2 Euro angeboten werden. Die Auswirkungen meines Versuchs hätte ich mir eigentlich denken können.
Meine Bilder haben keine Monopolstellung, was bedeutet, dass der Kunde dann eher einen Euro spart und auf ein Konkurrenzbild zurückgreift. “Geiz ist Geil” trifft also auch auf die Bildeinkäufer zu, was ja letztendlich den hohen Zulauf bei Microstock Agenturen begründet.
Nach der einmonatigen Testphase habe ich mich also dazu entschlossen alle Bildlizenzen wieder auf zwei Euro runterzuschrauben. Die Preise für die Erweiterte Lizenz lasse ich aber bei 100 Euro stehen, da ich davon überzeugt bin, dass Kunden für die Lizenzart auch bereit sind 100 Euro zu bezahlen. Wenn das Foto, die Grafik oder Illustration den Kunden überzeugt, wird es ihm relativ egal sein ob es 100 Euro oder 50 Euro kostet. Erweiterte Lizenzen werden meistens von großen Firmen gekauft, die ein höheres Bildbudget zur Verfügung haben und weniger von Privatpersonen oder kleinen Unternehmen.
Schließlich sind die Verwendungszwecke einer Erweiterten Lizenz auch viel größer, womit 100 Euro nicht zu teuer sind. Die Alternativen für den Kunden ist dann entweder ein ähnliches Bild zu einem günstigeren Preis zu finden, (schwierig, Recherchezeit kostet auch Geld) oder einen Grafiker zu buchen, der einen Stundensatz von über 60 Euro hat. (Kommt wohl auf das Selbe hinaus, aber der Kunde muss erstmal einen Auftrag erteilen und bekommt die Grafik nicht SOFORT)
So geschah es vergangenen Freitag, dass ich eine Hamburg-Illustration für 100 Euro verkaufen konnte. Bin gespannt ob ich diese auf irgendwelchen Produkten oder Zeitschriften wieder finden werde. Denn nichts ist schöner für einen Microstock Grafiker, als seine Bilder in der Offline-Welt in der Verwendung wieder zu entdecken.
Keine Kommentare »