Selbstversuch Zazzle.de

Geschrieben von Daniel am 7. April 2010 | Abgelegt unter Beobachtungen, Elbtunnelblick.de, T-Shirt Druck Anbieter

Seit einigen Monaten ist der amerikanische Shirt on demand Produzent, namens Zazzle, auch auf dem deutschen Markt aktiv. Ein Grund für mich, diesen Anbieter in Hinsicht auf Rentabilität zu überprüfen.

Anfang Februar habe ich deshalb alle meine Spreadshirtmotive auch auf dem Zazzle Marktplatz veröffentlicht und einen Shop eingerichtet. Eine erste Auswertung ergibt leider, dass sich der Aufwand bisher nicht wirklich gelohnt hat.

Zazzle hat das gleiche Geschäftsmodell wie Spreadshirt, wobei die Produktvielfalt eine ganz andere ist. Wer bedruckte Shirts, selbst gestaltete Pullover, einen eigenen Speck Schuh oder gar das neue Skateboard selbst gestalten will, kann bei Zazzle glücklich werden. Aber auch Autoaufkleber, Poster und Foto-Skulpturen gibt es zum personalisieren.

Neben dem klassischen Textildruck wird auch die Möglichkeit für Verkäufer angeboten, filigrane und mehrfarbige Motive sticken zu lassen. Hierfür sind aber einige technische Vorraussetzungen zu beachten.

Bis ich mich allerdings in meinem Zazzle Profil zurechtgefunden habe, dauerte es ein paar Stunden. Entweder ich bin von der Menuführung bei Spreadshirt verwöhnt, oder Zazzle ist einfach komplizierter. Insgesamt gibt es einige erwähnenswerte Unterschiede.

Pro Zazzle:
- Alle Funktionen sind ohne Zuzahlung für einen “Premium Account” verfügbar.
- Es lassen sich mit wenigen clicks versch. Produkte mit dem gleichen Motiv erstellen (Massenerstellungstool).
- diverse Tools zur Vermarktung werden kostenlos zur Verfügung gestellt.
- Provision kommt durch frei einstellbaren Prozentsatz auf das Umsatzvolumen zustande.
- mehr Produktauswahl / innovative Produkte
- bessere Verknüpfung mit Google.  Zazzle steht vor Spreadshirt. (Stichwortsuche: Breakdance liga shirt)
- mehr Schriftarten im Designer
- Provisionsauszahlung kann zurückgestellt werden (So kann man einen günstigen Dollarkurs abwarten)
- Ansätze für bessere Kundenbindung. Deine Kunden können Fans Deines Shops werden und werden informiert, wenn Du neue Produkte online stellst.
- Merchstore für Facebook

Contra Zazzle:
- kein implementierbarer Shirt Creator
- unübersichtlicher und überfluteter Marktplatz (Eine Folge des Massenerstellungstools)
- keine Differenzierung der Marktplatzregionen. Es gibt nur einen Marktplatz weltweit.
- schlechte Übersetzung der Produktbeschreibungen und Keywörter
- schwer zu verstehende Menüführung bei der Shopeinrichtung
- kleineres Angebot von klassischen Textilien (Shirts, Pullis, jacken etc)

Nun sind die Motive seit knapp zwei Monaten online und ich habe ganze 5 Artikel verkauft. Dabei sind 18,32 US$ abgefallen. Zum Vergleich die Einnahmen des gesamten letzten Jahres mit ca 10 veröffentlichten Motiven:  20,11US$.

Sicherlich ist da noch mehr drin, wenn man die Werbetrommel durch die zur Verfügung gestellten Tools ordentlich anrührt. Ich hab nur keine Lust meine Netzwerke für Werbung zu mißbrauchen und an meinen Freunden und Bekannten Geld zu verdienen.
Wer damit kein Problem hat und über einen ordentlichen Stamm an “virtuellen Freunden” verfügt, hat hier wahrscheinlich bessere Möglichkeiten als bei Spreadshirt, die Produkte zu bewerben.

Mein Fazit: Entweder richtig bei Zazzle einsteigen und alle Möglichkeiten des Marketings nutzen, oder lieber bei Spreadshirt bleiben und nur Motive verkaufen. Ich lass das bei Zazzle einfach so wie es ist und freu mich über die paar US$ mehr im Jahr. Der Fokus bleibt aber auf Spreadshirt und Fotolia.

2 Kommentare zu “Selbstversuch Zazzle.de”

  1. am 7. April 2010 um 20:18 1.van Bolle schrieb …

    Dem Fazit kann ich mir nur anschließen. Trotz dem weltweiten Vertriebsweg den zazzle automatisch anbietet, kommt bei mir auch kaum was rum. Schade, denn vom Handling her find ich zazzle bequemer als Spreadshirt.

  2. am 23. July 2010 um 18:39 2.Martin schrieb …

    Der Vergleich ist interessant, hinkt aber meiner Meinung nach deshalb,weil zwei verschiedene Dinge verglichen werden.
    Es macht einen großen Unterschied,ob man Motive auf Spreadshirt verkauft oder eben die Produkte als Shopbetreiber.
    Auf Zazzle kann man keine Motive verkaufen, sondern “nur” fertige Produkte. Das ist auf Zazzle nicht weniger anstrengend als auf Spreadshirt.

    Da ich keine Vektorgrafiken erstelle habe ich schlechte Karten bei Spreadshirt, während auf Zazzle fast alle Möglichkeiten offen stehen.

    Es mag an der Gewohnheit liegen, aber aus meiner Sicht ist Spreadshirt schwieriger zu handhaben als Zazzle. Ausserdem bietet Zazzle eine ziemlich raffinierte Gestaltungsoberfläche an. Dagegen erscheint mir Spreadhsirt geradezu spartanisch.

    Was die Größe anbetrifft so ist Spreadshirt.com im Vergleich zu Zazzle.com ein Zwerg(Besucherzahlen).
    Die Produktvielfalt auf Zazzle eröffnet zahlreiche Marktnischen, die Spreadhsirt nicht bietet. Deshalb arbeite ich bevorzugt mit Zazzle.

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