Darf ich die bei Bildagenturen gekauften Illustrationen bei Spreadshirt weitervermarkten?
Geschrieben von Daniel am 8. April 2010 | Abgelegt unter Elbtunnelblick.de, Microstockagenturen, Spreadshirt, T-Shirt Druck Anbieter
In vielen Microstockportalen wie Fotolia, Shutterstock, etc werden u.a auch Vektor Illustrationen und Designs zum Kauf angeboten. Teilweise sind die Designs sogar mit dem Keyword “Shirt” verschlagwortet, um Shirtshopbetreibern treffsicher die Designs anzubieten.
Idee:
Der Gedanke, dort Motive zu kaufen um sie über Spreadshirt weiter zu vermarkten, ist dem einen oder anderen sicherlich auch schon mal gekommen.
Aber wie schaut das eigentlich mit den Lizenzen der gekauften Motive aus? Kann man sich vom Motivdesigner zum Bildrechtehändler entwickeln, indem man einfach eine Schnittstelle zwischen Designer und Spreadshirt herstellt?
Lizenzrecht:
Grundsätzlich ist es nicht verboten aus gekauften Grafiken, Derivate (Derivate = auf Masse produzierte Produkte, wie z.B. T-Shirts) zu erstellen um diese weiter zu vermarkten. Vorraussetzung dafür ist, man hat eine erweiterte Lizenz der Grafik erworben (Meist das teuerste Lizenzmodell). In Bezug auf das Spreadshirt Vertriebsmodell würde ich aber jedem davon abraten diesen Weg einzuschlagen.
Vertrieb über Spreadshirt möglich?:
Du als Käufer der erweiterten Bildlizenz hast zwar das Recht erworben die gekaufte Grafik auf Shirts zu drucken, um diese gewinnbringend weiter zu verkaufen. ABER die Lizenz gilt nur für Dich. Nicht für Spreadshirt und nicht für andere Shopbetreiber!
Damit scheidet die Möglichkeit schon mal aus, das Motiv auf den Spreadshirtmarkt-
platz zu stellen. Denn dort kann sich jeder bedienen. Andere Shopbetreiber könnten die Motive vom Marktplatz “grabben” und in Ihren eigenen Shop weiter verkaufen. Da diese aber keine Lizenz beim Urheber des Motives gekauft haben, dürfen sie es nicht vertreiben. Du als Motivuploader musst deshalb beim Upload auf den Spreadshirtmarktplatz bestätigen der geistige Eigentümer des Motives zu sein. Nur so kann sich Spreadshirt und seine Shoppartner, vor etwaigen Urheberrechtsklagen schützen.
Selbst wenn es die Möglichkeit gäbe, das grabben zu unterbinden, würde man sich rechtlich immer noch auf dünnem Eis bewegen. Zwar hast Du eine ordentliche Lizenz erworben um aus dem Design Profit zu ziehen. Allerdings verdient Spreadshirt bei einer Bestellung vom Marktplatz ebenfalls daran und Spreadshirt ist letztendlich das Unternehmen, welches die Derivate herstellt. Doch die haben keine Lizenz dafür, sondern nur Du.
Vertrieb über eigenen Spreadshirt Partnershop möglich?:
Möglich – ja. Aber auch rechtens?
Auch Designs, die Du nur in Deinem eigenen SpreadshirtShop anbietest, werden von Spreadshirt gedruckt & verschickt. Und vor allem verdient Spreadshirt daran. Da Spreadshirt darauf vertraut, bzw. sich von Dir bestätigen lässt, dass Du der Rechteinhaber des Motives bist, würdest Du bei einer Urheberrechtsverletzungsklage wohl alleine da stehen. Und solche Klagen sind meist sehr teuer.
Fazit:
Daher rate ich Euch, selbst kreativ zu werden/sein/bleiben, wenn es um die Gestaltung von Shirts geht. Damit seid ihr auf dem sichersten Weg.
Gekaufte Motive über Spreadshirt anzubieten, ist höchst risikobehaftet und sollte daher von niemandem forciert werden.
5 Kommentare »
am 8. April 2010 um 16:09 1.Dennis schrieb …
Super Artikel. In meinen Augen geht es aber schon im eigenen Shop.
“Spreadshirt bedruckt und verschickt” –> irgendjemand muss das Shirt ja für dich bedrucken und warum auch nicht die gesamte Logistik auslagern? Soweit ich weiß, ist die Vermarktung im eigenen Shop unbedenklich.
Dennis
am 8. April 2010 um 16:56 2.Daniel schrieb …
Wissen tu ich das definitiv auch nicht. Aber ich kann niemanden dazu raten. Letztendlich ist es wahrscheinlich ein Graubereich. Denn solange kein Kläger kein Richter. Und wie das zu bewerten ist, dass spreadshirt einen nicht unerheblichen Teil an dem Shirt verdienen würde, weiss ich auch nicht. Ist recht schwierig und wahrscheinlich gibt es dazu noch kein Urteil.
Urheberrecht ist aber auch ein verdammt schwieriges GEbiet.
Wenn Du mit dem gekauften Motiv 500 Shirts von Spreadshirt bestellen würdest und diese aus Deinem Lager zu Hause über einen autonomen Shop oder auf dem Wochenmarkt verkaufen würdest, würd ich sagen, dass die Lizenzrechte eingehalten werden.
Aber durch die on demand bereitstellung im SpreadshirtShop, vermarktest Du das nicht wirklich selber, sondern lässt es auf Nachfrage von Deinem Partner (Spreadshirt) vermarkten und abwickeln. Und der ist definitiv nicht Lizenznehmer.
Vielleicht schaut hier ami mal vorbei und gibt nen Standpunkt von Spreadshirt zu dem Thema raus.
am 12. April 2010 um 17:29 3.tobyy schrieb …
Bei Shutterstock steht das sehr genau in den AGB unter Punkt 2.7:
“SIE DÜRFEN NICHT:
ein Bild auf Websites oder im Zusammenhang mit Diensten abbilden oder benutzen, mit der Absicht “Print on Demand” Produkte (einschließlich und nur zum Beispiel Postkarten, Becher, T-Shirts, Poster, … und dergleichen) zu verkaufen oder den Verkauf davon zu fördern.”
Leider, aber irgendwie verständlich
Super Blog übrigens, sehr interessante Artikel!!
am 27. April 2010 um 16:51 4.andreas milles schrieb …
interessantes thema. ich tippe auch auf nein .. aber ich frag mal bei unserem legal service nach.
am 19. October 2010 um 12:02 5.chicksloveblackmeat schrieb …
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