Fotolia.de
Geschrieben von Daniel am 7. April 2009 | Abgelegt unter Microstockagenturen
Fotolia.de
Die Firma Fotolia wurde 2005 in New York gegründet, wo sie auch ihren derzeitigen Firmensitz hat. Das Europageschäft wird in Paris koordiniert. Deutsche Fotografen und Künstler werden von einer kleinen Zweigstelle aus Berlin betreut. Insgesamt hat Fotolia mehr als 1.000.000 Mitglieder.
Die meisten davon sind potentielle Käufer. Dazu zählen alle Menschen, die beruflich oder privat auf günstige Bilder zurückgreifen wollen.
Der kleinere Teil sind die “Produzenten” des Bildmaterials. Einige davon sind tatsächlich ausgebildete Fotografen, ich selber bin Kommunikationsdesigner, dann gibt es 3D Artists und andere autodidaktische Freaks, die ihren Teil dazu steuern.
Die Kunden stammen aus der Werbebranche. Allerdings kaufen hier auch Bildredakteure, freiberufliche Grafiker, Journalisten, Webmaster, und kleinere Firmen. Oder es ist der Onkel, der sich seine Einladungskarte selbst am heimischen PC gestalten will.
Schließlich sind die Server mittlerweile mit knapp 5,5 Millionen Bildern und fast 230.000 Vektor Dateien gefüllt, womit sich zu jedem Thema ein Bild oder eine Grafik finden lässt.
Die Bildlizenzen starten bei 1€ für die kleinste Auflösung und enden, je nach Lizenzart, bei bis zu 200€. Der Künstler und der Anbieter Fotolia teilen sich die Einkünfte. Hier empfiehlt es sich, das Lizenzsystem genau zu studieren. Die Beteiligung für den Künstler schwankt zwischen 30 und 61 Prozent. Die Schwankung richtete sich nach Exclusivität des Bildmaterials und ob noch bei anderen Agenturen Material angeboten wird.
Ich habe mich nach langem rumprobieren dafür entschieden, meine Bilder und Grafiken nur exclusiv bei Fotolia anzubieten, da ich festgestellt hatte, dass sich mein Portfolio am meisten bei Fotolia verkauft. Ich habe einfach den Aufwand, die Bilder auf mehrere Agenturen zu vertreuen und zu verschlagworten, gegen die “nicht-exclusivitäts-Verluste” bei Fotolia gestellt.
Ein weiteres Problem stellte auch die Neueinführung des Abbonement-Systems dar. Dieses gibt dem Kunden die Möglichkeit zu einem Festpreis eine bestimmte Anzahl von Downloads zu tätigen. Für den Fotografen oder Grafiker bedeutete dies, dass über das Abo ein Verkauf nur noch 26 Cent einbringt. Vorher war der Gewinn um mehrere hundert Prozent größer! Die einzige Möglichkeit die Werke vom Abosystem auszuschließen ist, dass die Werke exclusiv über Fotolia vertrieben werden.
Bilder aus meinem Fotolia Portfolio hatte ich seitdem nicht mehr bei anderen Agenturen angeboten und konnte mich dadurch über höhere Einkünfte freuen. Bilder, die bei Fotolia nicht angenommen wurden oder thematisch woanders besser rein passten habe ich bei anderen Agenturen vermarktet. Leider wurden im März die AGB`s bei Fotolia geändert, wodurch die Nicht-Exclusivität des Künstlers in der Provisonsverteilung extrem benachteiligt wurde.
Bilder, Grafiken und neuerdings auch Videos werden von mir nun nur noch über Fotolia vertrieben und erwirtschaften damit 50% des Kaufpreises. Klar mach ich mich damit abhängig, allerdings ist dies ja nicht die einzige Einkommensquelle aus dem Internet. Und im Notfall kann ich mein Portfolio auch löschen und bei einem anderen Stockagentur vermarkten.
Jeder muss für sich selbst entscheiden wie er, mit welchem Lizenzsystem besser fährt.
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