Mein Einstieg in die Video Produktion – 1. Step: Welche Kamera kaufen?

Geschrieben von Daniel am 2. April 2011 | Abgelegt unter Elbtunnelblick.de, Microstockagenturen, Stock Footage

Bisher waren meine Videoclip Ambitionen im Stockgeschäft recht gering. Mit Hilfe von 3D Programmen hatte ich vier Animationen erstellt und bei Fotolia*zum Kauf angeboten. Der Erfolg hält sich bis heute in Grenzen. In den letzten zwei Jahren wurden gerade mal 3 Videos verkauft. Das mag aber auch an den falschen Themen gelegen haben, die ich visualisiert habe oder an der Plattform Fotolia selbst.

Für Stock-Footage gibt es durchaus speziellerere Agenturen als Fotolia. Eine Auflistung hab ich hier mal nieder geschrieben.

Der Plan ist, mit meiner Freundin (arbeitet teilzeit fürs Fernsehen) die klassischen StockFootage Agenturen zu füttern. Das Ganze wird über den Account von meiner Freundin laufen, damit ich nicht in Konflikt mit meiner Exclusivität bei Fotolia gerate. Sie bestimmt die Bildideen und ich werde ihr bei der Umsetzung “helfen”. Von den Einnahmen fahren wir gemeinsam in den Urlaub :-)

Nachdem ich eine interessante Zukunftsstudie vom “Bundesverband mittelständischer Wirtschaft” zum Thema “Videoadvertising” gelesen hatte, stand unser Entschluss fest. Eine HD-Camera muss her! Denn wenn die Studie recht behält, wird Videomaterial in Zukunft eine größere Rolle im Internetmarketing spielen. Und damit den Clipproduzenten (also uns) eine Menge an potentiellen Kunden in die Arme treiben. Auch Yuri Arcurs hat diese Entwicklung gesehen und produziert fortan auch Footage Clips.

Da die Einstiegshürden für Stock Footage Material allemal größer sind, als für die Produktion von Fotos, muss man sich mit weniger Konkurrenz auseinander setzen und hat eine bequemere Marktposition. Andererseits ist das Equipment auch umfangreicher und vor allem teurer als das Equipment für Fotos.

Schon seit über einem Jahr liebäugel ich unterschwellig mit der Anschaffung einer HD-Kamera. Ich erinnere mich, dass der Beruf Kameramann in meiner frühen Jugend sogar mal ein Berufswunsch von mir war. Bis auf ein Videoprojekt zu meiner Schulzeit habe ich aber kaum Erfahrungen mit der Materie. Gut, ich hab mal in dem Archiv von Sat 1 ausgeholfen und damit einen kleinen Blick dafür erhalten, wie z.B. Fernsehmaterial gedreht wird, bzw. auszusehen hat.

Ob mir das bei der Produktion von Stock Footage weiterhilft, sei dahin gestellt und bleibt abzuwarten.

Der Entschluss stand nun fest aber die Frage tauchte auf, welches Werkzeug ich mir dafür anschaffen muss.

Tagelange Recherche zu HD-Kameras folgten. Rezensionen, Preisvergleiche, Testberichte gelesen und Beispielvideos der verschiedenen Kamera-Modelle auf Videoplattformen angesehen. Ich musste abwägen zwischen Preis, manuelle Einstellmöglichkeiten von Schärfe, Blende etc, und Qualität des Bildmaterials.

Die Profi Kameras
Im professionellen Bereich starten die HD-Cams bei ca. 2500 Euro. Wer mehr Geld übrig hat, kann auch 5.000 Euro und mehr ausgeben und wird technisch gesehen die beste Grundlage für die Produktion von gutem Videomaterial haben. Hätte ich das Geld übrig, wären die Canon EOS 1D Mark IV*und/oder die RED ziemlich schnell meins.

Bei den professionellen Kameras wird das Rohmaterial auf DV-Bändern oder Beta-Tapes aufgezeichnet. Der Grund dafür liegt darin, dass mehr Bildinformationen gespeichert werden können als auf eine Speicherkarte. Die Kapazitäten einer Speicherkarte würden für die Datenströme einfach nicht ausreichen, bzw nicht so schnell verarbeiten können. Da jedes Einzelbild (24Bilder p.Sekunde) seperat komprimiert wird, lässt sich außerdem das Rohmaterial verlustfrei schneiden. DV-Bänder sind damit als Qualitätsvorteil einzustufen.
Desweiteren bieten diese Kameras sämtliche manuelle Einstellmöglichkeiten und sind in der Handhabung sehr bequem. Ein Nachteil ist ihre Größe bzw. das Gewicht.

Kameras die auf Beta-Tapes aufzeichnen, fallen für mich nicht nur raus weil sie höllisch teuer sind. Meines Wissens ist ein weiterer Nachteil, dass man noch ein extra Einspielgerät benötigt um das Rohmaterial zu digitalisieren.

Haushaltsübliche Kameras
Schaue ich mir die haushaltsüblichen Kameras an (preislich zwischen 200 – 800 Euro), stelle ich schnell einen Qualitätsunterschied fest. Für den professionellen Gebrauch sind diese Kameras nicht unbedingt zu empfehlen. Gerade in der Dämmerung und bei schwierigen Lichtverhältnissen entstehen unschöne Fraktale und/oder ein unangenehmes Bildrauschen.

Diese Kameras zeichnen meist nicht auf DV oder minDv auf. (Qualitätseinbuße)

Ein weiteres Problem der meisten Urlaubskameras ist die automatische Fokussierung, die interessantes Bildmaterial verhindert. Es ist immer alles Scharf. Die Belichtung stellt sich auch automatisch ein. Dies kann zu unangenehmen Effekten beim filmen von sich bewegenden Objekten führen. Mal wirds hell, mal dunkler. Da reicht schon eine Möwe aus, die durch den Vordergrund des Bildes fliegt, um die Belichtung des Shots zu zerstören.

Pro-Consumer-Cams
Da ich keine 2500 Euro für das günstigste Profi-Gerät über hatte, musste eine andere Lösung her. Dafür gibt es einen Mittelweg – die Pro-Consumer-Cams, abgestimmt auf Hobbyfilmer die mehr als nur den Ägypten-Urlaub oder sterbende Eisbären aufzeichnen wollen.

Die Pro-Consumer-Cams haben schon einen guten Bildsensor und zeichnen meist auf MiniDV Bändern auf. MiniDV ist der kleinere Bruder von DV und verspricht aufgrund der höheren Bilddaten, im Vergleich zu Speicherkarten, schon mal ein besseres Bildergebnis. Die Cameras sehen aus wie kleine Camcorder und wiegen meist um die 500g. Viele ermöglichen außerdem eine manuelle Einstellung von Fokus, Blende und Weissabgleich.

Leider werden die Einstellungen meist über eine komplizierte Menüführung durchgeführt, was beim Filmen manchmal zu Problemen führen kann. Bzw. man muss seine Einstellungen genauer planen und vor dem eigentlichen filmen bereits einstellen. Spontan Bilder einzufangen ist damit eher schwierig.

Aber ich möchte ja auch nicht am roten Teppich der Echo Awards filmen und von einem Promi auf den nächsten schwenken, sondern Stock Footage produzieren. Daher kann ich mit dem Manko leben. Jede Einstellung wird sowieso vorher geplant.
Preislich liegen die Kameras zwischen 700 – 1200 Euro. Das passt gerade noch in mein Budget.

Da ich nicht absehen kann wie erfolgreich dieses Arbeitsprojekt wird, muss ich schliesslich die Investitionen möglichst klein halten.

Welcher Hersteller?
Aber welche mittelpreisige HD-Kamera soll es denn nun sein? Es gibt Pro-Consumer-Cams von verschiedensten Herstellern. Ich hab mich auf Canon eingeschossen, obwohl auch Sony und Panasonic gute Kameras anbieten.

Warum Canon? Zum einen wird über Canon viel gutes in Videoforen berichtet. Zum Anderen stellt Canon sehr gute Kameras im Profi Bereich her, was ihre Kompetenz in der Herstellung von VideoKameras allgemein unterstreicht. Eine Firma die von Profis bevorzugt wird, strahlt mehr Qualitätsansprüche aus, als eine Firma, die Kameras herstellt die hauptsächlich günstig im Verkauf sein sollen. Außerdem fotografiere ich mit meiner Canon EOS20D seit längerer Zeit und bin durchaus zufrieden weshalb ich dem Hersteller hinsichtlich der Qualität einfach am meisten vertraue.

Lange Zeit zermürbte ich mir den Kopf, ob es nun die HV 20, HV 30 oder HV 40 werden sollte. Da ich kaum technische Unterschiede zwischen den Modellen gesehen habe und auch preislich kaum merkbar ein Unterschied besteht, habe ich mich nach langem hin und her für die Canon LEGRIA HV40*entschieden.

Bildqualität
Überzeugt haben mich dann letztendlich diese Beispielvideos zur Bildqualität.

Der Preis
Die Canon Legria HV40 kam 2009 auf den Markt und kostete bei Markteinführung 1100 Euro. Ich habe sie letzte Woche bei Amazon bereits für 729 Euro gesehen und zugeschlagen!

Vor ein paar Tagen ist das gute Stück eingetroffen und wird in den kommenden Tagen ausprobiert. Die Test-Ergebnisse werd ich dann hier Vorführen und auftretende Probleme sowie Beobachtungen ausführlich beschreiben.

Und nun halte ich das Ding in den Händen und hab schon einen günstigeren Anbieter für die gleiche Kamera gefunden. :-( Derzeit gibts die HV40 bei notebooksbilliger.de* schon für 580 Euro. Verdammte Axt.

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