Wieviel Provision für ein Motiv bei Spreadshirt verlangen?

Geschrieben von Daniel am 18. June 2009 | Abgelegt unter Shirt Motive, Spreadshirt

DollarketteDiese Frage stellt sich zu Beginn einer Spreadshirt Karriere als Motivdesigner/in recht schnell.

Gestern wurde mir diese Frage von einer eifrigen Leserin per mail gestellt. Diese versuche ich einigermaßen zu beantworten. Man kann da nicht einfach eine Summe nennen. Das Ganze ist dann doch leider etwas umfangreicher.

Als T-Shirt Gestalter möchte man seine eigene Arbeitsleistung zum Einen nicht verramschen, zum Anderen führt man aber auch kein internationales Designlabel, um somit horrende Provisionen verlangen zu können. Man befindet sich also in einem Dilemma.

Der Gedanke, dass man potentielle Kunden mit zu hohen Provisionen vom Kauf des T-Shirt-Designs abschrecken könnte, liegt bei der Masse an verfügbaren Motiven auf dem Spreadshirt Marktplatz, recht nahe.

Andererseits muss man sich aber auch Bewusst machen, dass nicht nur der kleinste Preis für einen möglichen Kauf relevant ist. Sonst würden wir alle nur noch in KIK-Klamotten durch die Metropolen ziehen.

Das Gefühl, seine Individualität auszudrücken und damit sein Statement in der Gesellschaft zu zeigen, ist schließlich der Grundgedanke und die Erfolgsgeschichte des T-Shirts in den letzten Jahrzehnten.

Bei der Provisionierung meiner Motive steht wie immer erst einmal die Beobachtung des Marktes am Anfang. Ist mein Motiv in seiner Art einzigartig, oder tummeln sich andere Motive mit fast der selben Aussage auf dem Shirt Marktplatz bei Spreadshirt?

Es macht wenig Sinn, ein Herz als Vektorgrafik hochzuladen und dieses mit einer Provision von über einem Euro zu versehen.
Der Markt ist praktisch übersättigt, wodurch die Preise hierfür zwischen 0,10 Euro und 1,00 Euro liegen. Man kann das Herz nicht neu erfinden, aber man kann es z.B. mit einem anderen Motiv kombinieren und als EINE Grafik auf dem Marktplatz positionieren. Dadurch steht das Herz auch gleich wieder in einem anderen Bezug und spricht eine andere Zielgruppe an.

Mal ganz doof.. eine Illustration eines Bierglases mit aufgedrucktem Herz wird leidenschaftliche Biertrinker eher ansprechen. NUR ein Herz würde sich ein Bierliebhaber wohl eher nicht auf das Shirt drucken lassen.
(Eigentlich gar keine dumme Idee das mit dem Bierglas :-) )

Es ist also immer abzuwägen wie exclusiv man mit seinen kreativen Ergüssen ist.

Da ich im Grunde meinen Shop bei Spreadshirt nur “laufen” lasse und keine Energie auf die Suchmaschinenoptimierung verwende, verkaufe ich praktisch nur über den Marktplatz. Dort liegen meine Motivprovisionen zwischen drei und fünf Euro.

Wenn man die Motive in meinem Shop bestellt, lege ich noch einmal 1,50 Euro an Produktprovision drauf. Schließlich kostet es ja auch Zeit und Arbeit die Produkte im Shirt Designer zu erstellen und im Shirt-Shop zu pflegen.

Die 1,50 sind allerdings für den Käufer ein klarer Vorteil!!! Wie kann das sein???

Spreadshirt legt auf Produkte, die vom Marktplatz verkauft werden, selbst eine Produktprovision von drei Euro drauf, die dann aber an Spreadshirt geht. Das bedeutet, dass ein Käufer bei mir 1,50 Euro Vorteil gegenüber dem Spreadshirt Marktplatz hat, da meine Produktprovision nur 1,50 beträgt.

Trotz diesem Vorteil, werden nur etwa 2% der Umsätze in meinem eigenen Shop erzielt. Die Leute zahlen halt auch gerne mehr.. oder wissen es einfach nicht besser. Ich bewerbe das ja auch nicht aktiv, weil es mir zu aufwändig erscheint.

Ob ein Motiv ein- oder mehrfarbig ist, berücksichtige ich bei meinen Preisen nicht. Man spricht davon, dass man möglichst unter den psychologischen Preisgrenzen für das Endprodukt bleiben sollte. (z.B 19,99 Euro oder 24,95 Euro etc.) Allerdings ist das meines Erachtens die Aufgabe der Shopbetreiber, die mein Motiv in Ihren Shop aufnehmen.

Es bringt ja nichts, wenn ich bei der Motivprovision darauf Rücksicht nehme und ein dreifarbiges Motiv für 2,39 Euro anbiete, nur damit der Endpreis bei einem Shirt 19,99 beträgt. Wird das Motiv auf einen Kapuzenpullover gedruckt kommt ja wieder ein anderer Endpreis heraus, weil die Textilie einen anderen Grundpreis hat. Wenn der Shopbetreiber noch seine Produktprovision draufschlägt, wird der Preis wieder anders aussehen.

Darüber, ob meine Motive bei mehr Shops aufgenommen werden würden, wenn die Motivprovisionen geringer wären, kann ich leider nichts sagen. Kann schon sein, das die Shopbetreiber dann einen größeren Anreiz sehen würden die Motive aufzunehmen, weil mehr Luft für die eigene Produktprovision wäre, ohne das das Shirt unbezahlbar wird. Ob sich das für mich positiv auswirken würde ist da aber noch fraglich. Schließlich müsste ich für den gleichen Umsatz mehr Shirts verkaufen (lassen).

Die Aufnahme in anderen Shops, hängt m.E. sehr stark vom Motiv ab. Mein weitverbreitetes Motiv kostet z.B. 5 Euro und ist dennoch in 140 Shops aufgenommen worden und wurde *beep* mal verkauft. Wahrscheinlich, weil es einfach überzeugt.

Ich könnte ja mal testen, was passiert, wenn ich die Provision anheben…. Nein – Das mach ich nicht. Das will ich meine Shop-Partnern im Nachhinein nicht zumuten.

Im Spreadshirt Forum wurde über die Provisionen auch schon häufig diskutiert. Um sich auch andere Meinungen und Erfahrungen zu holen, sollte man sich da mal durchwühlen.

Ich hoffe, Ihr könnt mit meinen Ausführungen etwas anfangen. Sollten noch fragen sein.. Nutzt die Kommentarfunktion.

2 Kommentare zu “Wieviel Provision für ein Motiv bei Spreadshirt verlangen?”

  1. am 27. November 2009 um 00:58 1.Chris schrieb …

    Hey :)
    Bin gerade über Deinen Blog gestolpert und muss sagen, dass ich Deine Artikel, speziell was Umsatzzahlen angeht, sehr interessant finde.

    Aber einen Einwand habe ich zu diesem Artikel hier: Ich für meinen Teil habe auch ein Herz (mit dezentem Schnörkel drumherum) in meinem Spreadshop, und das ist mit Abstand das meistgewollte Motiv. Und ich setze meine Provisionen generell zwischen 2,50 und 5 Euro an. Also ganz so pauschal kann man das mit dem Herz nicht sagen – es gibt Motive die gehen einfach immer, egal in welcher Form :)

    Grüsse

  2. am 10. December 2009 um 15:22 2.Daniel schrieb …

    Interessanter Einwand. Hätt ich jetzt nicht gedacht. Aber klar, dass ein Herz mit Schnörkeln sich in der Masse an Herzen eher abhebt und von Kunden gekauft wird. Also: Ich widerrufe meine Aussage, dass es keinen Sinn macht Herzen bei Spreadshirt hochzuladen!
    Herzen gehen also auch, man muss sie nur besser machen, als die die schon auf dem Marktplatz sind.
    Danke Chris für Dein offenes Herz :-)

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